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By 30. September 2018 Mai 13th, 2019 Keine Kommentare

Nach intensiven Leistungssport genießt Heidi Läufe in den Bergen

Vor zwei Jahren hat Heidi Messner Instagram zum Spaß runter geladen. Mittlerweile hat sie über 30.000 Menschen, die ihr über diesen Kanal folgen.

Zurück zum Anfang. Begonnen hat alles vor 21 Jahren. Nach zwei Geschwistern erblickte sie in Südtirol das Licht der Welt. „Mein Papa kommt von einem Bauernhof in Sarnthein. Ich bin in Bozen aufgewachsen. In den Sommerferien verbrachten wir viel Zeit am Bauernhof. Sie dauern in Italien drei Monate. Fernsehen war bei uns kein Thema. Der lief wenn überhaupt am Samstagabend. Sonst waren wir nur draußen, sind viel gewandert, gingen Rad fahren und Skifahren.“

Vom ersten lokalen Rennen zur Junioren-WM

Der Laufsport hat es der sympathischen Südtirolerin früh angetan. Mit drei Jahren nahm sie beim ersten Rennen teil: „Ich wurde Letzte, aber das  war mir egal. Ich wollte schauen, wer mir zuschaut und neben der Strecke applaudiert“, lacht die Südtirolerin.

Ab 2008 hat sie alle Rennen in ihrer Umgebung gewonnen. Es folgte die Aufnahme in den Landeskader und später in den Nationalkader. Crosslauf und Leichtathletik mit bis zu maximal 5000 Meter Streckenlänge waren ihr Metier: „ Ich führte schon früh ein richtiges Sportlerleben. Die Luft nach oben wurde immer dünner. Meine Geschwister haben mir mit deren ‚normalen‘ Leben inklusive Ausgehen den Bezug zur Normalität hergestellt. Ich hatte aber nie das Gefühl, dass ich etwas versäumt hätte.“

2014 war ein entscheidender Knackpunkt im Leben von Heidi Messner: „Ich war bei der Junioren-WM in Israel dabei. Ich habe mich intensiv vorbereitet. Wahrscheinlich war ich zu streng zu mir. ich habe mir zu viel Druck gemacht.“ Als beste Italienerin mit Platz 17 im Cross-Country-Bewerb trat sie die Heimreise an und traf gut überlegt eine bewusste Entscheidung: „Ich habe mich entschieden Sport nur mehr für mich zu machen. Eigentlich wollte ich es komplett lassen und aufhören zu laufen.“

 

Berglauf

Es war der Moment von dem an sie mehr Zeit in den Bergen verbrachte. Schon zu Beginn meisterte sie Touren mit rund 20 Kilometern und bis zu 1500 Höhenmetern. „Eines Tages überholte mich ein Mann ziemlich schnell mit Stöcken in den Händen. Es hat mich der Ehrgeiz gepackt und ich wollte auch schneller nach oben kommen. Es hat mir total gefallen.“  Die Lust Rennen zu bestreiten kam wieder. „Ich hatte eine andere Einstellung, war nicht mehr so verbissen. Es ging bei den kleineren Rennen jeden Teilnehmer vorrangig um Spaß, ohne Ellbogenmentalität – das kannte ich davor nicht. Ich habe darin jetzt mein Element gefunden. Ein gutes Gefühl hatte ich immer beim Laufen, aber jetzt bin ich frei.“

Bergläufe und Yoga

Rund zehn Bergläufe bestreitet sie aktuell pro Jahr, hat im Winter auch mit Skitouren begonnen. Seit 2015 macht sie zum Ausgleich Yoga: „Mein erster Kurs über zwei Monate war eine ‚Horrorerfahrung‘. Alle haben begonnen zu singen. Es war eine Herausforderung für mich“. Im Einzelstudium fand sie Gefallen daran und kombinierte es mit Kraft- und Stabilisierungsübungen. „Es gab einen schnellen Fortschritt. Nach intensiver Zeit am Berg beschäftige ich mich dadurch bewusst mit meinem Körper.“

Studium in Salzburg und die Glücksmomente am Berg

Seit dem Vorjahr studiert Heidi Messner Kommunikationswissenschaften in Salzburg und besucht dort wieder einen Yogakurs zur Regernation und Entspannung. Im Sommer machte sie ein Praktikum in einem Schweizer Digitalunternehmen in Bozen. Drei bis vier Mal pro Woche ist sie in „ihren“ Bergen unterwegs.  „Auch nach Arbeitsende nach 17 Uhr bin ich unterwegs. Die Kombination macht es für mich aus. Ich bin gerne allein unterwegs und genieße die Zeit mit mir allein. Es ist wichtig, das man mit sich selbst im Klaren ist. Aber ich teile auch gerne mit anderen die Glücksmomente am Berg.“

In Salzburg hat sie schnell neue Lieblingsplätze entdeckt: „Einer davon ist die Drachenwand beim Mondsee. Ich klettere entweder über den Klettersteig oder gehe über den Wanderweg nach oben. Die Umgebung mit den Seen ist einzigartig. So etwas gibt es bei uns daheim nicht. Und am Gaisberg bin ich auch gerne. Da kommt man schnell von der Stadt aus nach oben.“

Südtirol

Ein Lebensmotto hat sie sich von ihrer Mama gemerkt: „‘Was dich nicht umbringt macht dich stärker‘ hat sie immer gesagt. Mir gefällt es, weil man aus allen Erfahrungen dazu lernt und sich persönlich immer weiter entwickelt.“

Und was gefällt der Südtirolerin eigentlich in den Bergen? „Ich denke mich zieht die Kombination zwischen der Schönheit der Natur und der gesunden Herausforderung für den Körper in die Berge. Außerdem finde ich dort Ruhe und tanke Kraft und Selbstvertrauen“, sagt die 21-Jährige.

heidi.from.the.mountains.

Ihren Instagram-Kanal „heidi.from.the.mountains“ hat sie vor zwei Jahren eigentlich zum Spaß angelegt. Heute hat sie über 30.000 Follower: „Ich hätte mir nicht gedacht, dass es so einschlägt. Mein Name war eigentlich zu Beginn ein Scherz. Ich wurde auch schon gefragt, ob Heidi mein tatsächlicher Name ist. Einer meinte einmal, ob Heidi nicht ein Name von Kühen in der Schweiz ist“, lacht Heidi Messner.

Reinhold Messner und Heid Messner

Und wie oft wurde sie schon gefragt, ob sie die Tochter von Bergsteiger-Legende Reinhold Messner ist? „Ich wurde schon oft danach gefragt. Ich bekomme rund 20 Nachrichten pro Woche mit dieser Frage. Nein, er ist nicht mein Vater. Aber er kommt aus meiner Umgebung und ich habe ihn schon ein paar  Mal getroffen. Sein Neffe Alex ist tatsächlich ein guter Freund von mir.“

Im Umgang mit Nachrichten und Kommentaren in sozialen Medien hat sie eine klare Linie: „Ich habe eine klare Trennlinie. Ich antworte jedem bei konstruktiven oder positiven, netten Einträgen. Auch bei kritischen Kommentaren. Bei Kommentaren oder Nachrichten unter der Gürtellinie antworte ich jedoch nicht. Dafür ist mir die Zeit zu kostbar.“ 

Essen. Reisen. Heimat.

Gutes Essen und gesunde Ernährung spielen für sie eine große Rolle: „Man merkt schnell: Wenn man sich gutes Essen gönnt, geht es einem besser. Salat gehört bei mir immer zum Essen dazu. Genauso wie in der früh Obst ein Muss ist. Man muss sich einfach die Zeit nehmen. Eigentlich sollte es jedem  möglich sein.“ Vor Schokolade geht aber selbst die konsequente Sportlerin in die Knie: „Schokolade esse ich solange, bis ich genug habe. Ich esse Schokolade, wann immer ich will. Kann aber auch sein, dass ich einmal eine Woche darauf vergesse. Man sollte es sich bewusst gönnen.“

Neben dem Sport sind Reisen die große Leidenschaft von Heidi Messner. Im Februar trat sie ihre letzte große Reise mit ihrer Schwester an. „Wir waren  ein Monat lang auf Kuba unterwegs. Es war eine low-budget Reise. Wir haben bei Leuten Zuhause übernachtet. Diese Form macht Reisen noch spannender. So lernt man auch Länder besser kennen und auch Sachen über sich selbst. Ich habe danach sogar begonnen Spanisch zu lernen.“ Im Vorjahr war sie mit einer Freundin in Marokko unterwegs. „Es braucht einen bestimmten Respekt der Kultur und den Menschen gegenüber. Man sollte Regeln einhalten.“

Und wie würde sie „ihre“ Heimat Südtirol beschreiben? „Schöne Berge, gutes Essen & humorvolle Leute. Diese drei Dinge verbinden mich vermutlich ein Leben lang mit Südtirol.“

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